Kaffee kochen

Vielfältig wie die Kaffeesorten sind die Zubereitungsmethoden

Kaffee kannst du auf unterschiedliche Arten zubereiten, die Methode entscheidet auch über den Geschmack. So ist es ein Unterschied, ob ich den Kaffee klassisch aufbrühe oder z.B. im Espressokocher mache. Folgende Methoden bieten sich an:

  • aufgiessen mit Kaffeefilter
  • French Press
  • italienischer Espressokocher
  • orientalischer Mokka
  • Kaffeemaschinen unterschiedlichster Couleur

Meine persönliche Hitparade: italienischer Espressokocher (macht einen kräftigen und intensiven Kaffee), French Press (macht einen wunderbar aromatischen Kaffee), Mokka (für die besonderen Momente), Filterkaffee (der Filter nimmt leider auch Aroma), Kaffeemaschine (wenn es keine andere Möglichkeit gibt, da geht es scheinbar oftmals mehr um die Crema als um den Kaffee; manch ein Gastronom nimmt dafür nur die billigste Bohne).

Kaffeefilter (Filterkaffee)

Um einen Kaffee ganz klassisch zu filtern brauchst du einen Kaffeefilter, eine Filtertüte, eine Kaffeekanne oder eine Kaffeetasse zum Unterstellen. Der Aufbau ist wie folgt (von unten nach oben): Kaffeekanne oder Kaffeetasse, Kaffeefilter drauf, dahinein die Filtertüte und darein das Kaffeepulver. Einfache Kaffeemaschinen arbeiten übrigens auch nach diesem Prinzip.

Bevor du das Kaffeepulver einfüllst, befeuchtest du den Filter. So können sich schon die Poren öffnen und der Papiergeschmack, so gering er auch ist, wird verringert.

Rechnee pro Tasse einen Teelöffel Kaffeepulver (mittlerer Mahlgrad). Manche behaupten: 1 Löffel für die Kanne und je eine pro Tasse. Abhängig ist das alles natürlich auch von der Göße des Löffels und wie gehäuft du das Kaffeepulver nimmst. Ob du den Kaffee dann lieber etwas stärker oder etwas schwächer magst, musst du für dich selbst ausprobieren.

Koche das Wasser auf und lass es 1/2 Minute abkühlen, es sollte dann eine Temperatur von ca. 90° C haben. Giesse etwas davon über das Kaffeepulver, lass das Kaffeepulver 1/2 Minute quellen. Dann giessst du von dem heißen Wasser nach, mach den Filter ruhig voll (wenn du eine Kanne Kaffee aufgiesst).

Giesse Wasser nach sobald der Filter leer ist, schau auch mal in die Kanne, wie voll sie bereits ist, passe den Wassernachschub entsprechend an. Wenn du das Wasser kreisend eingiessen, kommt immer das ganze Kaffeepulver mit Wasser in Berührung und der Geschmack wird gleichmäßig ausgelöst.

Die Filtertüte kannst du im Biomüll oder im Kompost entsorgen, die zerfällt recht schnell und das abgebrühte Kaffeepulver ist ein guter Dünger.

French Press

Für French Press brauchst du ein entsprechendes Gefäss, es gibt sie in verschiedenen Größen. Es besteht aus zwei Teilen: die Glaskanne und den Pressstempel mit Filter. Beim French Press gibt es keine Verbrauchsteile wie Filtertüten, das ausgelaugte Kaffeepulver kann in der Spüle entsorgt werden oder in der Biotonne.

Der Kaffee wird für French Press deutlich gröber gemahlen, ich gebe etwa 1 1/2 Teelöffel voll pro Tasse Kaffee in die Glaskanne, andere rechnen mit etwa 60 g Kaffeefür einen Liter Wasser. Lass das Wasser aufkochen und etwa 1/2 Minute abkühlen, dann giesst etwas davon über das Kaffeepulver in der Glaskanne, sodass das gesamte Kaffeepulver gut nass wird, quellen und ausgasen kann (CO2). Nach einer Minute rührst du die nasse Masse um und giesst den Rest des Wassers nach. Setze den Pressstempel auf und drücken das Kaffeepulver etwas herunter, so dass es komplett unter Wasser ist. So gibt das Kaffeepulver den Geschmack besser ab.

Lass den Kaffee 3 Minuten ziehen, dann drückst du das Kaffeepulver mit dem Pressstempel ganz nach unten. Der Kaffee hat nun ausreichend gezogen, ist gefiltert und kann genossen werden. Du wirst feststellen, dass du etwas ganz feinen Satz in der Tasse hast, den kannst du mittrinken (wie beim Mokka) oder es auch lassen – ganz nach Ihrem Geschmack.

Auf die oben beschriebene Weise gemachter French Press Kaffee hat volles Aroma und wenig Säure, ein perfekter Kaffee.

Italienischer Espressokocher

Der Espressokocher besteht aus drei Teilen: dem Unterteil, dem Filter und dem Oberteil. Hat man keine Ahnung wie das Teil funktioniert, erscheint es schwierig. Der Aufbau ist aber logisch und einfach – ich zeige Ihnen, wie es geht.

In den Unterteil giessen Sie das Wasser; im dessen oberen Teil ist ein Überdruckventil, füllen Sie das Wasser nur bis dahin, nicht höher, sonst kocht der Kaffee später über. Setzen Sie den Filter auf und geben darauf das Kaffeepulver (mittlerer Mahlgrad). Schrauben Sie nun das Oberteil auf, ziehen Sie es gut fest, aber knallen Sie es nicht mit aller Gewalt an.

Stellen Sie den Espressokocher auf den Herd (Deckel geschlossen!) und stellen Sie ihn an – höchste Temperatur. Das Wasser wird nun immer heißer, wenn es siedet wird es nach oben gedrückt, durch das Kaffeepulver in das Oberteil. Wenn das Unterteil leer wird, fängt es an zu blubbern und zu röcheln, dann schalten Sie den Herd aus und nehmen den Espressokocher herunter.

Den Kaffee können Sie sofort geniessen. Passen Sie auf beim Ausgiessen, die Ausgussöffnungen sind bisweilen sehr klein, giessen Sie sehr langsam, sonst drielt zuviel daneben. Es wäre schade um jeden Tropfen.

Achtung Verletzungsgefahr: lassen Sie den Espressokocher zuerst abkühlen bevor Sie ihn anfassen zum Aufschrauben und säubern. Das Kaffeepulver können Sie wegspülen oder in der Biotonne entsorgen.

Mokka

Sie brauchen nur einen Topf, Zucker, Mokkapulver (ein sehr, sehr fein gemahlenes Kaffeepulver von eher heller Röstung) und Wasser, es sind also keinerlei Anschaffungen nötig, Mokka können Sie auch auf dem Lagerfeuer in einem kleinen Kochtopf kochen.

Traditionell wird für griechischen, türkischen oder arabischen Mokka ein spezielles Mokkakännchen verwendet; es ist recht klein. Mokka ist ein Genussgetränk, er wird nicht wie Kaffee getrunken, sondern eher wie ein Espresso: einige wenige Schlückchen aus einer kleinen Tasse. Wie bei einem guten Espresso aus der Siebträgermaschine ist das Kochen eines Mokka eine Zeremonie.

Geben Sie den Zucker und das Mokkapulver in den Topf (jeweils etwa 2 1/2 TL), das Wasser (ca. 10 cl) dazu und kochen es auf. Wenn es kocht nehmen Sie es kurz vom Herd, rühren den Mokka um, stellen ihn wieder auf den Herd, lassen ihn wieder aufkochen. Bei der griechischen Version lassen Sie den Mokka zweimal aufkochen, bei der türkischen oder arabischen dreimal.

Beim türkischen und arabischen Mokka verteilen Sie den Mokkaschaum auf die Tassen und füllen mit dem Mokka auf. Trinken Sie den Mokka heiß und süß.

Beim griechischen Mokka warten Sie bis der Kaffeesatz sich gesetzt hat (oder mit einigen ganz wenigen Tropfen kaltem Wasser nachhelfen) und trinken den Mokka dann ohne Schaum und Satz, aber ebenfalls heiß und süß.

Kaffeemaschinen

Die Palette der Kaffeemaschinen ist riesig, da werde ich nicht groß drauf eingehen. Nur folgendes: lassen Sie die Finger von den Kapselmaschinen, wenn Sie nicht als Umweltsau verschriehen sein wollen. Die Kapseln sind eine riesige Umweltbelastung in der Herstellung und Entsorgung, da kommen gigantische Müllberge zusammen, das ist vermeidbar. Und so nebenbei sind die Kaffeekapseln auch unverhältnismäßig teuer.

Die Kaffeemaschinen reichen von einfachsten Modellen für den Hausgebrauch mit kleinem Wasserbehälter für maximal eine Kanne und Einsatz für einen Kaffeefilter bis hin zur vollautomatischen Maschine mit Wasseranschluss, Mahlwerk für die Kaffeebohnen und voller Computersteuerung (viele Einstellmöglichkeiten, ausserdem Meldungen wann und was gewartet werden muss etc.).

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