Ob Snack oder Mahlzeit, Soleier sind eine klassische Speise, nicht nur in der Fastenzeit.

Zutaten
- 6 Eier
- 1 l Wasser
- 60 g Salz (ca. 2 1/2 EL)
Zubereitung

Soleier sind eine sehr klassische Art, Eier zu konservieren. Auf diese Weise gesalzen bleiben sie eine ganze Weile haltbar – früher auch ohne Kühlung. Bekannt sind Soleier als Fastenspeise vor Ostern und auch als traditioneller Snack nicht nur in Berliner Küchen und Kneipen.
Die Zubereitung von Soleiern ist denkbar einfach. Koche zuerst die Eier in reichlich Wasser gut hart. Dazu legst du die Eier in einen Topf und bedeckst sie mit kaltem Wasser. Lege den Deckel auf. Stelle den Topf auf den Herd und stelle die Herdplatte auf höchste Stufe. Ab dem Moment, ab dem das Wasser sprudelnd kocht, rechnest du je nach Größe der Eier 7 – 8 Minuten Garzeit. Wenn das Wasser kocht, kannst du die Temperatur etwas reduzieren und die Eier bei weiterhin aufgelegtem Deckel kochend garen. Giesse danach das kochende Wasser ab und schrecke die Eier ab.
Während die Eier kochen, bereitest du die Lake oder Sole (daher der Name Solei) vor. Dazu wird das Salz im Wasser aufgelöst. Die Lake oder auch Sole dient hauptsächlich dazu, die Eier zu salzen und damit zu konservieren. Die Sole kann auch gefärbt oder aromatisiert werden – siehe Tipps. Ich wiege im Meßbecher das Salz ab, fülle mit dem Wasser auf und rühre das Ganze mit einem langen Löffel, bis das Wasser wieder klar wird.
Lass die Eier gut auskühlen bevor du sie weiter verarbeitest. Sind die Eier kalt, wird die Eierschale angeknickt, aber so, dass die Schale sich nicht ablöst, die Eierschale soll im Idealfall lediglich Risse bekommen. Lege die angeknickten Eier in die Sole, decke das Gefäss ab und stelle es in den Kühlschrank.
Am besten schmecken Soleier, wenn sie einige Tage gezogen sind, man sollte ihnen aber mindestens einen Tag geben. „Reif“ sind Soleier nach etwa 4 Wochen, dann beginnt das Eigelb sich grünlich / bläulich zu verfärben und die Lake beginnt schweflig zu riechen. Grundsätzlich sind Soleier zwar auch noch nach einigen Monaten geniessbar, ich persönlich esse sie aber am liebsten innerhalb von 1 – 2 Wochen.
Das Essen von Soleiern
Du kannst Soleier auf verschiedene Arten essen. Eine Version ist dieselbe wie gefüllte Eier: die Eier schälen, längs aufschneiden, die Eigelb vorsichtig herausnehmen, mit einer Gabel zerdrücken und mit etwas Senf, Öl oder Majonaise (oder als leichtere Variante mit etwas Frischkäse) und Pfeffer vermischen und wieder in die Eiweißhälften füllen.
Bei der Berliner Variante werden die Soleier geschält, längs halbiert, die Eigelb vorsichtig herausgenommen, in die Eiweißmulde etwas Essig, Öl und Pfeffer gegeben (ev. auch einige, wenige rohe gehackte Zwiebeln), die Eigelb wieder darauf gesetzt, ein kleiner Klacks Senf obenauf und das Ganze mit einem Bissen verzehrt.
Es bleibt dir aber auch unbenommen, die Soleier einfach wie hartgekochte Eier zu essen: schälen und reinbeissen. Der Unterschied ist, dass das Solei bereits gesalzen ist. Eine weitere Variante ist es, die Soleier zu schälen, zu halbieren und mit einer Stück Appetitsild zu belegen. Auch das ist super lecker.
Tipps
- Achtung mit dem Salz: das oben angegebene Verhältnis von Salz zu Wasser ist m.E. ideal. Mit mehr Salz werden die Soleier versalzen, was dann auch kein Genuss ist.
- Die Lake und damit auch die Soleier kannst du auf verschiedene Arten aromatisieren. Gib einige Wacholderbeeren, Nelken und/oder Lorbeerblätter in die Lake. Geeignet sind auch Pfefferkörner, Senfkörner, Kümmel, Piment und Zwiebeln, es gibt auch eine Variante mit schwarzem Tee.
- Da die Eierschale durch das Anklopfen rissig ist, können die Soleier auch gefärbt werden. Koche den Sud z.B. mit (sauberen) Zwiebelschalen auf und lass ihn abkühlen bevor du die Eier darin einlegst. An den Rissen werden die Eier dann bräunlich, die Risse werden so gesehen nachgezeichnet, was optisch ausgesprochen ineressant ist.
- Du kannst auch den Saft von Roter Beete zum Färben verwenden, Rotkohl oder Grünkohl. Aber alle Färbemittel geben auch etwas Aroma an die Eier, das musst du für dich selbst entscheiden, ob du das möchtest.
Guten Appetit